aus wirtschaftlichen Interesse in Afghanistan…

Bundespräsident Horst Köhler stellt unser Engagement in Afghanistan in Zusammenhang mit deutschen Wirtschaftsinteressen.
In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur sagte er:

„Aus meiner Einsch√§tzung ist es wirklich so: Wir k√§mpfen dort auch f√ľr unsere Sicherheit in Deutschland, wir k√§mpfen dort im B√ľndnis mit Alliierten auf der Basis eines Mandats der Vereinten Nationen. Alles das hei√üt, wir haben Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland dar√ľber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird.“

„Meine Einsch√§tzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Gr√∂√üe mit dieser Au√üenhandelsorientierung und damit auch Au√üenhandelsabh√§ngigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch milit√§rischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilit√§ten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zur√ľckschlagen negativ durch Handel, Arbeitspl√§tze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

Sein Sprecher Steffen Schulze dementierte nach gro√üer Kritik aus der Politik: „Die Afghanistan-Mission sei nicht gemeint gewesen.“
Die SPD bezieht die Kritik auf den Afghanistan-Einsatz und wirft Köhler vor, der Akzeptanz der Auslandseinsätze der Bundeswehr zu schaden.

Frithjof Schmidt von den Gr√ľnen: „Die √Ąu√üerungen von Bundespr√§sident K√∂hler sind brandgef√§hrlich, sie offenbaren ein f√ľr das Pr√§sidentenamt inakzeptables Verst√§ndnis von Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.“

Ruprecht Polenz, CDU-Au√üenexperte: „Ich glaube, der Bundespr√§sident hat sich hier etwas missverst√§ndlich ausgedr√ľckt. Das war keine gl√ľcklich Formulierung.“

Selbst f√ľr die USA ist der Abtritt unverst√§ndlich. Charles Kupchan vom Council on Foreign Relations, unter anderem Professor an der Georgetown University: „F√ľr uns ist es verbl√ľffend, einen Pr√§sidenten wegen so einer √Ąu√üerung zur√ľcktreten zu sehen, dass milit√§rische Eins√§tze auch strategischen Wirtschaftsinteressen dienen k√∂nnen, ist in den USA kaum umstritten.“

Deutschland ist seit 2001 an dem Einsatz in Afghanistan beteiligt und es ist numehr von einem Friedenseinsatz zum Krieg avanciert. Der deutsche Afghanistan-Einsatz ist auch zudem viel teurer als von der Regierung angegeben. Das Deutsche Institut f√ľr Wirtschaftsforschung sch√§tzt die Ausgaben auf bis zu 47 Milliarden Euro. Jedes weitere Jahr koste etwa drei Milliarden Euro, obwohl das Budget im Bundeshaushalt daf√ľr nur rund ein Drittel davon betrage.

Vielleicht hat Herr K√∂hler einfach mal die WAHRHEIT gesagt und daf√ľr l√§uft nun eine Strafanzeige

Update
Wird K√∂hler als zuk√ľnftiger Regierungsberater in Washington und Peking t√§tig? – Kopp Verlag

Genau zuhören was Peter Schol-Latour sagt:

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