“Atomstrom ist sauber, sicher, unschlagbar effizient und billig” – behauptet die Atomindustrie heute wieder intensiver denn je. Die Diskussion um die Atomenergie ist hoch aktuell: Laufzeitverlängerung oder Ausstieg, diese Frage spaltet die Bevölkerung im Land.”
Die Debatte erhitzt und spaltet – wissen Sie eigentlich, wo und wie in Gorleben der Atommüll gelagert wird?

“Der ist bestimmt ganz sicher irgendwo Untertage gelagert! Oder ist da nicht ein Salzbergwerk und da kommt alles rein!”
Klare Antwort: Falsch!!!

Fotograf: Christian Fischer
Fotograf: Christian Fischer
Zu sehen ist ein kleiner Ausschnitt des Zwischenlagers Gorleben für hochradioaktiven Atommüll. Die Spezialbehälter werden in dem Gebäude aufgestellt und sollen dort zunächst mehrere Jahrzehnte verbleiben. Diese Halle ist das Ziel der “Castor”-Transporte, insbesondere aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague. Der Salzstock Gorleben, welcher zur Zeit noch ein „Erkundungsbergwerk“ ist, wird derzeit erst auf dessen Eignung zur Endlagerung geprüft. Nun ist ein Behördenpapier aufgetaucht, welches beschreibt, dass schon seit den 80igern am Endlager Gorleben gebaut wird. Denn schon 2011 werden weitere elf Container aus La Hague erwartet, und ab 2014 sollen 21 Behälter aus Sellafield aufgenommen werden.

Atomi erklärt es ganz genau! Keine Angst vorm Endlager!

NDR Autorin Gesine Enwaldt ist für 45 Min auf Spurensuche gegangen. Wie sicher sind heute deutsche Atomkraftwerke im alltäglichen Betrieb und in Zeiten der Terrorgefahr? Was passiert eigentlich, wenn mal etwas passiert? Und wohin mit dem Atommüll? Was alles zahlt der Steuerzahler?

Die Atomlüge – Teil 1

Konterminieren AKWs die Umwelt? Bestandsaufnahme aus La Hague

Was passiert eigentlich bei einer Störung im AKW?

Lügen vom billigen Atomstrom und Endlagersicherheit – Monitor ARD 23.07.2009

Atomstrom ist billig?

Der jetzige und noch anfallende Atommüll wird dann sicherlich wieder weiter nach Sibirien geschafft. Dort lagert der Atommüll sogar unter freien Himmel und in rostenden Behältern. Telepolis schrieb dazu:

Aus den Augen, aus dem Sinn ist offenbar das Motto, mit dem der strahlende Müll “entsorgt” wird. Das nennt man verantwortungsvollen Umgang mit dem giftigen und strahlenden Müll. In Russland hat man das Endlagerproblem offenbar dauerhaft “gelöst”. Denn der 1996 geschlossene Vertrag sagt, dass all der “Wertstoff”, der nicht aufbereitet nach Deutschland zurückgeschickt wird, Eigentum des abnehmenden Staates ist. Damit hat man ihn günstig in Sibirien “entsorgt”. (…) Die Erklärungen, mit denen Urenco aufwartet, dürfen als Realsatire bezeichnet werden. Deren Sprecher bestätigt dem Spiegel zwar, dass das Material tatsächlich unter freiem Himmel gelagert wird, doch das geschehe nicht “in rostenden Behältern”.

Filmaufnahmen beweisen dies, doch vom Bundesumweltministerium gab es zunächst keine Stellungnahme. Wohin also mit dem Erbe der Reaktoren? Was ist nun mit der sauberen Energie ??? – es sind wohl eher dreckige Geschäfte und eine strahlende Zukunft!

Kurze Zusammenfassung

Eine aktuelle Studie, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kommt zu dem Ergebnis: Mit 203,7 Milliarden Euro wurde die Atomindustrie von 1950 bis heute gefördert. Das entspricht einem Betrag von 4,3 Cent pro Kilowattstunde. Ein immenser Betrag angesichts der tatsächlichen Kosten für die Produktion von Atomstrom für die Energiekonzerne. Dass die deutsche Atomwirtschaft so stark von Fördergeldern profitiert, ist weitgehend unbekannt. Denn die Regierung hält sich mit Informationen darüber bedeckt.

Nicht nur weil der Staat über Jahrzehnte lang die nukleare Forschung finanziert hat (von 1950 bis heute bereits über 60 Milliarden Euro), unter Anderem für Bau und Betrieb von Forschungsreaktoren, andererseits für deren Stilllegung, Rückbau und Endlagerung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beziffert die in den Sand gesetzten Gesamtkosten auf 3,6 Milliarden Euro.

Die Endlagerung von ausgedienten Brennstäben und radioaktiven Müll wird ebenso mit hohen Beträgen vom deutschen Staat subventioniert. Zum Beispiel die derzeit laufende Stilllegung des Endlagers Morsleben mit voraussichtlichen Gesamtkosten von etwa 2,3 Milliarden Euro, die der Steuerzahler fast allein trägt. Die Rückholung des radioaktiven Mülls aus dem ehemaligen Salzbergwerk Asse kostet den Bund laut Experten insgesamt etwa 3,7 Milliarden Euro. Dessen Sanierungskosten werden von den Abfallverursachern nicht einmal mit ein Prozent gedeckt.

Zu den staatlichen Finanzhilfen gesellen sich Steuervergünstigungen. Neben dem Zinsvorteil, der sich durch die Verschiebung von Steuerzahlungen in die Zukunft ergibt, können die Gelder dem ursprünglichen Zweck entfremdet auch für andere unternehmerische Zwecke verwendet werden. Den finanziellen Vorteil für die Atomkonzerne schätzen Experten bis heute auf über 68 Milliarden Euro. Zudem wurde Uran als Brennstoff jahrzehntelang nicht besteuert. Der Vorteil wird bis heute auf über 44 Milliarden Euro geschätzt.

Die beschlossenen staatliche Regelungen tragen hauptsächlich dazu bei, die vier großen Energiekonzerne um ihre Marktmacht zu unterstützen. Der 2005 eingeführte Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten, welche die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen verteuert, wurde ausschließlich an die Endverbraucher weiter gegeben. Für die Erzeugung von Strom ohne CO2, ergo Unternehmen die keine Kosten im Emissionshandel haben (Atomkonzerne) entstehen zusätzlich Mehreinnahmen von geschätzten 9 Milliarden Euro.

Zusammen ergibt das einen Gesamtförderungsbetrag der Atomindustrie von 1950 bis heute von über 200 Milliarden Euro. In Zukunft greift der Staat und damit der Steuerzahler den Atomkonzernen noch einmal mit geschätzten 100 Milliarden Euro an Förderungsgeldern unter die Arme – die geplante Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Bundesregierung noch nicht mitberechnet.

Arte Doku – Alptraum Atommüll

3 Gedanke zu “Wohin mit dem Atommüll?”
  1. Ach und du meinst es wäre eine gute Idee Deutschland langfristig von der Öl- und Erdgaslobby abhängig zu machen. Naturstrom? Meinst du Windräder und diesen Quatsch? Kommt aber niemals an ein billiges Braunkohlekraftwerk ran.

    Und der Blogger hier meint wohl er hats raus obwohl er hauptsächlich öffentlich rechtliche Programme als Quelle heranzieht. Total daneben.

  2. Wir sind doch schon längst und in vollen Maß von deinen genannten Lobbyisten abhängig, oder ist das an dir vorbeigegangen? Freu dich doch, du hast es warm und der Strom kommt in Hülle und Fülle aus deiner Steckdose, dann solltest du doch glücklich sein 😉
    Alternativlösungen, die nebenbei auch nachhaltig sind, kommen dir anscheinend nicht in den Sinn. Ich würd gern mal dein Gesicht sehen, wenn dein Kind mit 3 Armen und einem Auge zur Welt kommt. Ach, vielleicht passierts deinen Nachkommen und dich interessiert es nicht mehr – denn du lebst ja JETZT und alles andere ist egal.

    Man kann leider nichts gegen die Dummheit der Menschen machen… Erst wenn wir nicht mehr Existieren geht es wieder bergauf.

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