Utah Data Center : NSA baut Rechenzentrum für Vorratsdatenspeicherung und Onlineüberwachung


Trotz der derzeitigen Staatsverschuldung der USA von über 14 Billionen Dollar, baut die NSA in der Wüste Utahs für rund 2 Milliarden US-Dollar ein Rechenzentrum von dem aus künftig nicht nur das gesamte Web, Emails, Telefonanrufe, sondern auch verschlüsselte, nicht öffentlich zugängliche Daten gespeichert, durchleuchtet und analysiert werden sollen.

Das Utah Data Center soll den Geheimdienst und den Behörden als zentrale Speichereinheit dienen. Telepolis schreibt dazu:

„Betroffen seien u.a. private Emails, Handy-Telefonate, Google-Abfragen sowie alle persönlichen Datenspuren wie Online-Käufe und -Zahlungen, die vollinhaltlich gespeichert werden und dann jederzeit nach Stichworten, Kontakten oder Ähnlichem abgefragt werden können. Damit werde de facto das „total information awareness“-Programm der Bush-Administration (Totale Überwachung) realisiert, das nach einem Aufschrei der Öffentlichkeit 2003 vom Kongress legal verhindert, anscheinend aber doch weiterverfolgt wurde (NSA erweiterte heimlich die Überwachung der US-Bürger).“

Quelle:Telepolis 19.03.2012 von Rainer Sommer

Auf insgesamt 9200 Quadratmeter entstehen 4 Serverfarmen, die einen gesamten Speicherplatz von angeblich 1 Yottabyte bieten sollen. Kurze Erklärung: Das gesamte Internet belegt ca. 500 Exabyte an Speicherplatz (1 Exabyte = 1 Billiarde Gigabyte). 500 Exabyte ist in etwa ein halbes Zettabyte -> 1000 Zettabyte ergeben 1 Yottabyte. Diese Größe erreicht man nicht einmal mit allen Festplatten und Datenträgern, die es auf der Welt gibt.

Genug Speicherplatz, um die Datenkommunikation der gesamten Welt zu speichern und überwachen zu können, gleich ob es dabei um Google Suchanfragen, Videochats oder sonstige Dokumente oder Telefonate geht. Neben den Daten der Telekommunikations- und Internetanbieter werden auch Informationen, die mit Spionagesatelliten gesammelt werden, zusammengebracht, analysiert und abgespeichert. Ganz nebenbei erwähnt, besitzt das Datenzentrum ein eigens errichtetes Kraftwerk, welches 65 Megawatt Strom liefert. Allein der Strom kostet den US-Steuerzahler jährlich 64 Millionen Dollar.

Nicht nur öffentliche und lokale Daten sollen gespeichert und untersucht werden, auch kein Passwort soll mehr sicher sein. Um dann die Datenmasse analysieren zu können, wird eigens ein Exo-Flop-Supercomputer entwickelt. Das Entwicklerteam beschreiben diesen Supercomputer als „Durchbruch“ bei den Entschlüsselungssystemen.

Quelle: wired.com

Ob es jetz nur zur Gefahrenabwehr, zur Überwachung von potentiellen Attentätern oder zur Wirtschaftspionage dienen soll, sei dahingestellt. Warum wohl die USA versucht ihre Netzwerkkontrolle zu zentralisieren und somit ein legitimes Angriffsziel für Hacker auf der ganzen Welt hinzustellen ist eher fragwürdig – auch werden wohl die Dechiffrierfähigkeiten ihrer Supercomputer etwas überschätzt. Ist es der nächste Schritt auch unter Anbetracht von SOPA und PIPA oder wird die USA nur ein Zeichen gegen die staatlich unterstützen chinesischen Hacker setzen wollen?

„Die Bedrohung durch Computer-Hackern ausgeht, ist sehr groß und wächst … Deshalb ist dieses Rechenzentrum so wichtig.“ sagt Utahs Senator Orrin Hatch.

2 Kommentare

  1. Höre ich jetzt schon zum zweiten Mal, das ist so typisch Größenwahn – dieser Hochmut wird ihnen bestimmt Schaden. Das ganze unternehmen kann nicht gut gehen, vorallem schade wenn sie es in den Sand setzten – jetzt nicht weil ich Vorratsdatenspeicherung klasse fände sondern, weil es einfach eine Unmenge an Kohle ist was sie da verheizen.

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