Das Öl-für-Lebensmittel-Programm (engl. Oil-for-Food Programme, OFFP) wurde von den Vereinten Nationen 1995 erschaffen. Dieses Programm sollte dem Irak, trotz der 1990 von der UNO angeordneten Wirtschaftsreparationen, aufgrund des Überfalls auf Kuwait, ermöglichen, Öl gegen humanitäre Güter (Lebensmittel und Medikamente etc.) mit Industriemächten zu tauschen. Dieses Kunststück sollte den Diktator Saddam Husseins isolieren, ohne die 24 Millionen Menschen seines Landes darunter leiden zu lassen.

Diese Erlöse (bis 2003 ungefähr 64 Milliarden US-Dollar und 5 Milliarden US-Dollar als Zinserträge und Wechselkursgewinne) wurden auf einem von der UN gegründeten Treuhandkonto verwaltet. Mehr als 38 Milliarden US-Dollar wurden für humanitäre Güter bewilligt, 18 Milliarden Dollar waren für Reparationszahlungen und Entschädigung an Kuwait gedacht und 3 Milliarden US-Dollar für sonstige Verwaltungskosten. Der Rest von knapp 10 Milliarden US-Dollar steckte man in den Iraqi Development Fund ( einen irakischen Entwicklungsfonds).

Immer weniger Kontrolle über Vergabe der Gelder, Schmier-sowie Schwarzgeldaffären und Schmuggel häuften sich. So wurden zum Beispiel Öl-Bezugsrechte weit unter dem Weltmarkpreis unter den Industrienationen verteilt, wobei viele Unternehmen und auch Einzelpersonen dran verdienten.

Aufgrund dieser aufkommenden Korruptionsvorwürfen setzte Kofi Annan 2004 eine unabhängige Untersuchungskommission unter Leitung von Paul Volcker, Richard Goldstone und Mark Pieth ein. Aus diesen 2000-seitigen Abschlussbericht der Kommission geht hervor, dass außerhalb des “Hilfsprogramms für den Irak”, Öl im Wert von knapp elf Milliarden US-Dollar illegal geschmuggelt und verkauft wurden. Im Hintergrund liefen zudem Kick-back- Zahlungen und Machtspielchen auf den Schultern einer leidenden Bevölkerung. Circa 2.500 beschuldigte Einzelpersonen und Unternehmen aus 30 Ländern wurden namentlich aufgeführt in dieser Korruptionsaffäre verwickelt zu sein – dennoch gab es kaum Ermittlungsverfahren oder gar Gerichtsprozesse gegen diese illegale Bereicherung.

Wieso, fragt man sich dann – wie können Menschen sich illegal bereichern ohne belangt zu werden? Weil das ganze Projekt vielleicht so geplant und ausgelegt war?! Eine der größten bekannten Korruptionsfälle in den letzten Jahrzehnten, weil wiedermal durch undurchsichtige Kontrollstrukturen innerhalb des Programms niemand wusste, wer, wo, was, lenkt!

Nochmal zusammenfassend…erinnert man sich an die Vorgehensweise – Problem – Reaktion = Lösung, kann man dies sehr gut einordnen:
These “der irakische Überfall auf Kuwait” vs Antithese “Sanktionen und Oil for food Programm” = Synthese “Reparationen, Kontrolle und Rohstoffe ergo Profit”

Links
Why Our Food is So Dependent on Oil – Norman Church (englisch)
Das “Oil for Food Programm” der Vereinten Nationen – www.nahost-politik.de
Iraq and the Importance of the U.N.’s Oil-for-Food Scandal – www.meforum.org
Saddam’s Alleged Payoff to UN Officials before the Iraq War – www.acepilots.com