Medienkritik und Gesellschaftswahn

Der reflektierende BĂŒrger fuhr fort:

Medienverseuchte Welt, die nur WĂŒnsche zeugt und Neider schafft. Ein moderner Lebensstil, indem man  von dem Geld, was man eigentlich nicht hat, Dinge kauft, die man eigentlich nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die man eigentlich gar nicht mag. Kapitalismus ist zu einer Religion geworden, die das Zentrum um den Materialismus gebildet hat und man Werte und Moralvorstellungen individuell aus allen Religionen zusammen vermischt . Der Übermensch (Nitzsche), die Konzentration auf sich selbst. TĂ€glich konsumieren, tĂ€glich verfĂŒgbar sein, nie zur Ruhe kommen und fit sein, fit sein zum konsumieren. Ein ewiges Wettrennen, in den wir nicht ins stolpern kommen dĂŒrfen. Denn wir brauchen Wachstum – Wachstum – Wachstum!!! und mĂŒssen Konsumieren, Konsumieren, Konsumieren!!!

Der manipulierte Mensch
Unsere RealitĂ€t verstrahlt mit Millionen von Bildern, die unser Leben unbedeutend werden lassen. Jede Sekunde heißt es „du bist falsch“ – falsche Haare, falsche Klamotten, falsche Möbel, falsches Auto! Status – darum geht es! Sich ein Image zu schaffen, welches auf OberflĂ€chligkeit beruht. Die Folge ist GleichgĂŒltigkeit, geboren aus dem GefĂŒhl totaler Hilflosigkeit und Neid resultierend aus konsumorientierter Lebenseinstellungen. Wie klein bin ich, was kann ich tun? – eingeredet wird dir, du allein kannst garnichts tun! TĂ€glich werden dir Menschen gezeigt, die erfolgreicher, cleverer und schöner sind. Visuelle Idole anstatt handlungsorientierte moralische Vorbilder.

„Das Fernsehen hat uns zu Sklaven des Auges gemacht. Unser Hauptaugenmerk gilt nicht mehr den inneren Werten, nein, es gilt dem Tonus unserer Muskeln, der faltenfreien Haut, dem Glanz der MĂ€hne, dem Porzellanweiß der ZĂ€hne und der Rankheit der Figur. […] Der Mensch ist nicht mehr Ausdruck eines starken, kernartigen Innern, aus dem er seine Kraft bezieht, sondern irrlichterödes Spiegelbild all jener höchst verschiedenartigen TV-Gestalten, die ihn bestĂ€ndig und ungefragt mit ihrer Scheinexistenz reizen und irritieren. “

Medien erzeugen SĂŒchte, verĂ€ndern die menschliche Persönlichkeit und das Denken. Ein Überangebot von Produkten, in dem der Konsument nur noch ĂŒberfordert ist und von den wirtschftlichen Meinungsmachern des Marketings geleitet und manipuliert wird. Fernsehen und Zeitschriften erzeugen Leitmotive in Form einer Religion, die einem vorschreibt, wie man zu leben und auszusehen hat.

Medien schaffen Ideale, die keine Werte und Normen kennen, kĂŒnstlich erzeugte Lebensweisen auf Konsum basierend, die nie begrĂŒndet werden, warum man sie eigentlich braucht. SensationsgelĂŒste von Menschen werden in ĂŒberschwĂ€nglichen und unnĂŒtzen VerhĂ€ltnis bedient, die Erzeugung irrealer Traumwelten und massenhafter Verblendung. Durch das Fernsehen wird die Jugend aufgezogen in dem Glauben, dass Sie alle irgendwann mal MillionĂ€re werden, Schauspieler, Rockstars… Man solle sich doch mal fragen, warum man ĂŒberhaupt auf der Welt ist. Werden wir dazu erzogen nicht mehr selbst zu denken?

Ausgehend von der beschĂŒtzten Kindheit, in der es keine Probleme gibt, hineingeschoben in eine Leistungsgesellschaft in der Noten ĂŒber Intelligenz entscheiden wollen. Zwang zu einem guten Abschluss um dann eine außergewöhnliche Ausbildung zu bekommen, um am Ende unter einem modernen Sklaventreiber 40 Jahre lang zu arbeiten und wie eine Batterie ausgesogen zu werden, damit man ĂŒberhaupt Leben darf und sich ein cooles Auto, ein schönes Haus und tolle Klamotten zu kaufen. Nun solle man demnach glĂŒcklich sein, so ein cooles Auto, so ein schönes Haus zu haben und so tolle Klamotten tragen zu können – Was hat dies fĂŒr einen Sinn? Wird man dadurch zu einem glĂŒcklichen Menschen?

Wenn Kinder mitbekommen, dass Ihre Eltern auf Grund von Arbeitsverlust ihr einst mal sauer erspartes Guthaben aus „guten“ Zeiten erst aufbrauchen mĂŒssen, bevor sie von unserem Sozialstaat Leistungen beziehen können, verstehe ich ihre „Null-Bock-auf -Garnichts“-Haltung. Der fleißige BĂŒrger wird bestraft und durch derartige Regelungen mit dem, der nicht arbeiten will oder jemals gearbeitet hat, gleichgestellt. Mit welchen Zielen sollen junge Menschen zum Lernen und Arbeiten gelockt werden? Ein Überangebot von Möglichkeiten und dabei ist Nichts mehr sicher. Selbst wenn unter grĂ¶ĂŸten MĂŒhen eine Ausbildung gefunden und abgeschlossen wird, was dann? Im gĂŒnstigsten Fall wird dem jungen Menschen ein 400 Euro Job angeboten, wofĂŒr er sich selbst krankenversichern muss, Fahrgeld bezahlen muss, je nach TĂ€tigkeit fĂŒr sein tĂ€glich Brot sorgen muss. Selbst eine TeilzeittĂ€tigkeit ist bei den geringen AnfangsgehĂ€ltern indiskutabel und lĂ€sst keine PlĂ€ne fĂŒr die Zukunft zu. Wo sollen nun die Familien herkommen, die ihrerseits ihren Kindern ein gutes, stabiles und gesundes Umfeld ermöglichen können, wenn diese nicht selbst an Ihrer Karriere intensiv arbeiten?

„… an unseren Kindern und Jugendlichen sollten wir die Symptome erkennen, wie falsch dieses System lĂ€uft! Sie sind die ersten und jĂŒngsten Opfer, dieser “New World Order” Politik, der “Große Bruder” hat sie vereinnahmt und wer mit dieser unbarmherzigen, “der stĂ€rkste ĂŒberlebt” Nummer nicht zurecht kommt, kommt in die “Fehlerecke” der Systemeinordnung und wird Alkoholiker oder DrogensĂŒchtiger. Und ich befĂŒrchte, das ist sogar gewollt – denn die sensibelsten sind zudem auch noch die klĂŒgsten, besser weg damit, die kann das System nicht brauchen. Es braucht Roboter, KnopfdrĂŒcker und abnickende Ja-Sager, keine FeinfĂŒhligen Wesen, die fĂ€hig wĂ€ren GefĂŒhle zu haben. […] WĂŒrden diese sensiblen Jugendlichen zu Hause genug Liebe und Zuneigung erhalten, werden sie selbstverstĂ€ndlich stĂ€rker der “Indoktrinierung” des Systems widerstehen und auch kaum zu Alkohol und Drogen greifen, das ist ein Fakt. Liebe, Zeit und Zuneigung sind die wichtigsten Ressourcen, die Eltern heute haben mĂŒssen. Leider sind Eltern heute in dem selben Trott gefangen, ich will ihnen gar nicht den “schwarzen Peter” zuschieben, sie mĂŒssen selbst eine Menge lernen in dieser Zeit! Wir alle eigentlich, wir leben in der “Spreu und Weizen” Zeit, jetzt werden wichtige Weichen fĂŒr spĂ€ter gestellt. Anstatt einen sinnlosen Haufen Geld auszugeben, um MinderjĂ€hrige in Polizeitaktiken zu schulen, “Regelwerke zu erstellen” und nochmal Tausend Beamten dafĂŒr einzustellen, als wenn dieser Beamtenstaat nicht schon aus allen NĂ€hten platzte, wĂ€re es sinnvoller die Stellen fĂŒr PrĂ€vention und FrĂŒherkennung auszubauen, in Familientherapien und SchĂŒlern schon so frĂŒh wie möglich Kompetenzen nahe– und beizubringen! Ihnen ein RĂŒstzeug zur spĂ€teren Angst und FrustbewĂ€ltigung mitzugeben, das wĂŒrde wohl mehr helfen, als solcher offenkundiger Blödsinn!“ („Von Regelwerken und anderen Unsinn“ – Blog von Steve Black)

Mit desillusionierten und frustrierten jungen Leuten vermag kein Staat eine gesunde Gesellschaft aufzubauen. Die Wut auf die Politik im Lande, die die Reichen reicher macht und die Armen Ă€rmer, ist so nicht mehr aufzuhalten und ebenso stark schon ausgeprĂ€gt. Beispielsweise Krankenkassen, die eine allgemeine und gleichgesetzte Versorgung garantieren, aber auch nur auf eine 2 Klassengesellschaft abzielen. Selbst im Bildungssystem, was einst das AushĂ€ngeschild Deutschlands war – ja das Volk der Dichter und Denker – implodiert wegen versprochender Nichtinvestition und hĂ€ngt an der Massenselektion – der darwinistisch falsch interpretierte Fehltritt…

Wo sind wir nur hingekommen? Eine Welt, in der eine Kassiererin, weil sie 1.60 Euro unterschlug, fristlos entlassen wird. Hingegen Wirtschaftsbosse, BĂ€nker und Makler sich Millionen Euro in die eigene Tasche stecken, von Geld, welches ihr Unternehmen wieder liquide machen sollte. Ohne Bedacht, dass davon mehrere tausend ArbeitsplĂ€tze bezahlt werden hĂ€tten können. Politiker, die Taschen voll mit Schwarzgeldern und Korruptionserlösen, schulterzuckend unbelangt bleiben und in der Regierung ihr Amt absitzen und Gesetze, unter Peitschenhieben der Wirtschaft, eher gegen anstatt fĂŒr das Volk verabschieden, ohne grundlegende Gesellschaftsprobleme anzupacken. Stimmt, in 4 Jahren machts ja jemand anders.
„Jeder ist sich selbst der NĂ€chste“, nicht wahr?! – „Gelegenheit macht Diebe“ – heutzutage, im Leben des Wachstums, so oder so!“

Kurze Zwischenfrage, wozu brauch ein Mensch (z.Bsp. ehemaliger Manager) eine Monatsrente von 700000 Euro? Hingegen mĂŒssen Menschen aus „niederen Klassen“ mit 400 Euro Jobs sich ĂŒber Wasser halten und ĂŒberleben auch. Es nehmen die meisten Leute einfach nur hin und leben in ihrer erzeugten Medienlandschaft in der Hoffnung, dass Konsum sie ausfĂŒllt.

Hunderte Milliarden werden in AufrĂŒstung von MilitĂ€r und Krieg gesteckt, Billionen zur Rettung, der durch eigenes verschulden, blockierten Wirtschaft und Bankenspekulationen, wobei ein 10tel dieses Geldes ausreichen wĂŒrde den Welthunger auszumerzen.

Olligarchien mit einem höheren Jahreseinkommen als viele LĂ€nder, die krankhaft nach Macht und Kontrolle streben. Ein System, was wissenschaftlich bewiesen, Hochkulturen zur Strecke gebracht hat und ganze Imperien an dieser UnfĂ€higkeit zu Grunde gegangen sind. „Wachstum“ – eine Leitlinie die uns immer wieder geprĂ€digt wird – eine Leitlinie von der man nicht mehr ablĂ€sst – in der Psychatrie „Zwanghafte UnfĂ€higkeit zur Umkehr“ genannt.

Noch nie war es so schlimm wie jetzt. Nicht einmal zur Weimarer Republik oder zur Weltwirtschaftskrise wurden Billionen nicht existentes, zinsbasiertes, erzeugtes Kapital durch Bankstrategien in die Wirtschaft gesteckt um zeitweise grĂŒne Zahlen hervorzurufen und am Ende den Supergau der Inflation in der Wirtschaft herbeizufĂŒhren, der unausweichlich werden wird.

Niemand kann sich mehr vorstellen, wie es wĂ€re, ohne Geld zu leben und wie wir uns entwickelt hĂ€tten, wenn die „Gaja Hypothese“ den richtigen Leuten gefallen hĂ€tte. Dem Wissen beraubt, dass alles einer Dynamik unterliegt und in Zyklen ablĂ€uft.