Internet, Fernsehen und das menschliche Reptilienhirn

»„Ebenso wie einzelne Menschen haben auch einzelne Kulturen eine starke Reptilienhirndimension. Man kann eine Kultur als eine Art Survival-Kit betrachten, der von einer Generation an die nächste weiter gegeben wird … Die jeweilige Entwicklung der Kulturen auf dieser Erde kann also immer auf die ĂśberlebensbedĂĽrfnisse der betreffenden Kultur zurĂĽckgefĂĽhrt werden.“« Rapaille

Warum Erziehung, Prägungen und Konditionierung unser Verhalten unbewusst und kraftvoll steuern liegt in 3 Teilen des Gehirns verborgen. Der Kortex (auch Hirnrinde) ist dabei für alle höheren Denkvorgänge verantwortlich, die uns von der Tierwelt unterscheiden, in ihm regiert die Logik. Der zweite Teil ist das Limbische System, das hauptsächlich für unsere Emotionen zuständig ist. Der dritte Teil des Hirns ist das so genannte Reptilienhirn (Kleinhirn und Hirnstamm).

Das Reptilienhirn dient der unbewussten Regelung von Körpervorgängen (Atmung, Blutdruck, usw.). Zudem liegt die Hauptaufgabe bei der Steuerung der zur Selbsterhaltung gerichtete instinkthafte Reaktionen auch ‚fight or fly impulse’ (fliehen oder kämpfen) genannt.

Dieses ist seit 200 Millionen Jahren praktisch unverändert geblieben. Im Wesentlichen ist es auf zwei Dinge programmiert: Überleben und Fortpflanzen. Mit diesem Wissen ist es auch leicht zu erklären, warum das „Reptilienhirn“ unser Verhalten im Alltag dominiert. Das Reptiliengehirn ist blind und geht immernoch von den Urtrieben aus:

Das eigene Ăśberleben im Leben eines Menschen eben die entscheidende Rolle spielt.

Das “Reptiliengehirn” wird sehr vom limbischen System, sprich Emotionen beeinflusst. So erfolgen auch die unterbewussten Handlungen, wenn eine emotionale Erregung erfolgt, zum Beispiel bei Angst oder Wut. Das limbischen System, also unsere Emotionen steuern demnach unser Handeln und das rationale Kontrollsystem ist in Überfluss von Hormonen abgestellt. In wie weit das Rationale ausgeschaltet wird, hängt auch davon ab, wie stark sich der Mensch mit einem klassischen Rollenbild, seiner Erziehung und Erfahrung, identifiziert. Weiterführend: Das Wunder im Kopf

Die Bildsprache, besonders in Filmen und Videospiele, bedient genau diesen Vorgang. Sie erschaffen Traumwelten voller Emotion, die das rationale Denken förmlich ausschalten. Das Kontrollzentrum ist inaktiv, insbesondere die linke Gehirnhälfte. Die Bild und Tonsprache als solches, spricht direkt das Reptilienhirn an, lässt uns teilweise triebhaft werden, sowie hypnotisiert. In Computerspielen werden zudem zusätzlich an die innersten Triebe (Hedonismus, Sammeln, Aufsteigen, Erfolg etc.) appeliert.

Im Internet wird die Sache noch etwas umfangreicher. Unter der Anonymität kann man seine eigenen Komplexe verstecken, seine Triebe ausleben, oder einfach nur „anscheinlich unerkannt“ seinen innerlichen Charakter fröhnen. Die Anonymität schafft dabei genau die Basis, was den Menschen mit dem Reptiliengehirn denken lässt. Allein das Internet ist mit seinen Angeboten zur reinen Triebbefriedigung avanciert. Sex, Gewalt, Selbstdarstellung etc. pp.. Beim Flirten zum Beispiel, möchte das Reptiliengehirn gar nicht, dass wir flirten und Aufmerksamkeit genieĂźen, es möchte sich nach Möglichkeit einfach nur mit dem besten zur VerfĂĽgung stehenden Partner paaren. Jetzt werden Einige denken hä, ich flirte um mich zu paaren? Nein, das Mammalia Gehirn (Säugetiergehirn/limbisches System) möchte sehr gerne flirten, sich verlieben, Sex haben, Spass haben und ist auch empfänglich fĂĽr Ă„ngste. Eine Schlussfolgerung die dort getroffen wird, wird blitzschnell an unser Reptiliengehirn geleitet, wo entsprechende Hormone dafĂĽr sorfen, dass ich reagiere. (-> Wie unser Reptiliengehirn unsere Instinktreaktionen beeinflusst…)

Mich wundert es nicht, in einer Gesellschaft die nur das Gegeneinander zelebriert, Gier, Neid und Hass regiert, Mich wundert nicht, der der Zeit hinterherrennt, Hedonismus, Versus, Gegen, Besser sein, ständiger Wettbewerb, der uns einfach nur trennt,
Medien ziehen mit Mehr immer Mehr, allesamt in einen Bann – triebhaften Gesellschaft, jeder ist sein eigener Tyrann. Der Hedonismus, Triebbefriedigung als Höchstes Gut, das hat die westliche Welt ĂĽbernommen – der Wettbewerb, eine triebhafte Brut.

»“Die Schicksalsfrage der Menschenart scheint mir zu sein, ob und in welchem MaĂźe es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions-und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.“« Sigmund Freud 1930

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