Geschlechterforschung – Der Mythos des Unterschieds und die Pinkifizierung

Gendermainstream (Gender Agenda) heißt das Zauberwort. Systematische Konditionierung in Klischees und Rollenverhalten in medialen Kontexten. Dazu müssen wir uns nur Serien wie „Sex and the City“, „Desperate Housewifes“, „Two and a half men“ oder „How I met your mother“ anzuschaun. Dort werden uns Rollen vorgeführt, auch wenn es eine Serie ist, verstärkt es uns im klassischen Denken:
„Ja so sind die Frauen – Ja so sind die Männer“

Das dies aber eine Differenzierung durch gesteuerter Inszenierung darstellt und wir ständig über Unterschiede reden, anstatt von Gemeinsamkeiten von Mann und Frau, wird dabei kaum beachtet. Ich möchte dazu die neue Ausgabe der GEO Juli 2012 zusammenfassen, welche das Gehirn von Frau und Mann beleuchtet und feststellt: So unterschiedlich sind Männer und Frauen nicht!

Die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Gehirn sind unbedeutend. Aus Ihnen Verhaltensabweichungen herleiten zu wollen, ist Unfug“ Lutz Jäncke Neuropsychologe

Zwar bilden sicht unter Hormoneinfluss die unterschiedlichen primären Geschlechtsmerkmale heraus, doch sobald wir den Mutterleib verlassen, lenkt nicht die Biologie, sondern die Kultur unser gesellschaftliches Sein.

Obwohl das männliche Gehirn ungefähr 10% mehr wiegt und etwas größer wie das weibliche Gehirn ist, spiegelt dies nur die unterschiedlichen Körpergrößen wieder und hat nichts mit Leistungsvermögen zu tun. Frau und Mann sind sich in Wahrheit viel ähnlicher, als uns Ratgeber des Mainstreams einreden wollen. Sind Kompetenzen und Verständnisse, Fähigkeiten oder einfach nur Einfühlungsvermögen eher biologisch, gesellschaftlich, oder sogar medial einprogrammiert?

„Unser Gehirn wird durch die Welt geformt!“ Gerald Hüther Neurobiologe

Das Hirn ändert sich anatomisch und physiologisch durch Training (Bsp. beim Lernen). Bei Nichtgebrauch verkümmern die Hirnstrukturen. Erzieherische Konditionierung und Erfahrung bestimmen die Denkmuster. Ganz im Sinne von Children see – Children do.

Bsp.: Jungs treiben sich herum, sind wild, entdeckungslustig, erobern die Welt. Mädchen sind süß spielen zu Hause. Puppen implizieren Denk- und Handlungsmuster, wie auf Haare, Kleidung und Schminke zu achten, Jungs trainieren ihren Orientierungssinn und den Entdeckergeist, wenn sie zum Beispiel im Wald herumstromern.

„Unser Hirn formt sich, wie wir es benutzen, besonders, wenn wir bei dem, was wir tun, begeistert sind.“ Gerald Hüther, Neurologe

Eine reine Geschlechtertrennung aufgrund körperlicher Merkmale ist beängstigend. Anstatt Geschlechterunterschiede zu suchen, sollte man Gemeinsamkeiten feststellen. So behaupten Studien: „Frauen reden dreifach so viel wie Männer. Frauen 20 000, Männder nur 7000 Wörter am Tag“. Und das wird dann durch den Mainstream gejagt.

Eine repräsentative Studie mit 400 Teilnehmern jedoch zeigte: Frauen sprechen ~16 200 Worte, Männer ~ 15 700 Worte. So stüzt man sich in den Mainstreammedien gern auf nicht repräsentative und alte Studien mit wenigen Teilnehmern – wie die von 1970 mit insgesamt 10 Probanden. Die Behauptung: Die beiden Gehirnhälften im Frauengehirn sollen besser miteinander verknüpft sein, wie die bei dem männlichen Gehirn! Da liegt man falsch. Eine Untersuchung mit gleichen Untersuchungshintergrund und mit 120 Teilnehmern, brachte jedoch keine signifikanten Unterschiede ans Tageslicht. Doch die Medien brauchen Unterschiede, Medien wollen spalten und nur darüber berichten Sie – Geschlechterunterschiede – oder auch Differenzierungen.

Stets muss die evolutionäre Prägung herhalten, will man Geschlechtsstereotype feststellen, dass sich aber seit der Steinzeit in unserer Umwelt und Aufwachsen sehr viel geändert hat, wird nicht betrachtet. So heißt es immer: Männer gingen jagen, Frauen saßen am Feuer redeten und behüteten die Kinder – na klar! Dabei weiß man ja soviel von dem Alltag eines Urmenschens, wie vom Thema Urknall – Leider nur Annahmen. „Es gibt keine wissenschaftlich validen Erkenntnisse aus steinzeitlichen Ehehöhlen“, schreibt die GEO.

Seit den Zeiten des Mario Barth, der eher seine Frau diskreditiert und auf Ihre Kosten Witze macht, sollte klar sein, dass immernoch viel zu sehr die alte Rollenverteilung vorherrscht. Herr Barth will ja auch wissen warum Frauen schlechter einparken können. Leider basiert diese Annahme aus einer Studie mit nur 65 Teilnehmern und ist wenig repräsentativ, wenn diese auf einen dünnen Datenfundament steht. Bei einer Beobachtung in England jedoch, wo man 2500 Einparkversuche analysierte, betrug der Einparkkoeffizient der Frauen 13,4 von möglichen 20 und bei den Männern 12,3. Noch Fragen?

So meint Janet Hyde, Professiorin der Psychologie:
„Es gibt kein Phänomen Geschlechterunterschied, das zu erklären wäre.“

Unterschiede – es geht immer nur um Unterschiede, anstatt mal die Gemeinsakeiten von Menschen in den Fokus zu stellen. Denn so unterschiedlich sind wir Menschen nicht. Unterschiede entstehen in der Erziehung und den damit zusammenhängenden Erfahrungen und dem dadurch vermittelten Werte- und Normensystem.

Frauen und Männer haben die gesellschaftlichen Vorurteile und Rollenzuweisungen so sehr verinnerlicht, dass sie sich Klischees und Schubladendenken so verbreitet hat und wir unterschiedlich sind, vor allem, wenn man es von uns verlangt/erwartet. Die Umwelt formt uns zu dem, was wir darstellen sollen. „Wie man in den Neuronen-Dschungel hineinruft – so schallt es wieder raus.“

Allein die Kinderzimmer sind eine Fundgrube der Geschlechterklischees, auch ein Spiegelbild der Welt, wie wir sie Ihnen vorleben. Schon allein bei der Geburt, wird in Sekunden kompromisslos klassifiziert – „strammer Junge“ – „süßes Mädchen“ – Blau und Rosa. In anderen unaufgeklärten Gesellschaften wird sogar noch mit noch kompromissloserer Klassifizierung getadelt. Und fortan werden Rollen eingeübt und vorgemacht.

Stereotypische Erziehung engt den Horizont der Kinder ein und kommen Sie mir nicht mit, das werden dann doch alles Schwule und Lesben. Der Unterschied zwischen Mann und Frau definiert sich nicht aus genetischer Ausstattung, Hormonhaushalt und Hirnhälften, sondern durch Gesellschaft und Medien welche Rollenklischees bedienen und propagieren.

Wir sind ein jeder die Summe von Erfahrungen, ein vieldimensionales Abbild bisher gelebten Lebens, auch weiter formbar.

„Pinkifizierung“ oder die „Rosa Verblödung“
Marketing hat Frauen zum Kauf von Rasierern und Rasierschaum konditioniert, die Pornoindustrie hat die Idealmaße des Körpers geliefert und auch die Industrie als Solche, hat die Pinkifzierung eingeführt.

So meint Prof. Dr. Petermann:
Die Kinder haben heute einfach eine zu kurze Wegstrecke, um sich günstig zu entwickeln. In gewisser Weise mache ich dafür auch die Medien und das Konsumverhalten verantwortlich. Eigentlich verzeichnen wir keine typischen Altersentwicklungen mehr. Computer, Fernshen, Konsumartikel sind überall und massenhaft verfügbar. Es ist kein kindgerechtes Heranwachsen mehr und manche Kleine werden damit einfach nicht fertig.

Kinder leben außerdem in einer Welt, in der Egoismus, Rücksichtlosigkeit zunehmend vorgelebt wird. Unser Moralsystem bröckelt. Kein Mensch entschuldigt sich mehr für Unpünktlichkeit, wenige sagen Bitte und Danke. Negative Konsequenzen für unangenehmes Verhalten spüren Kinder immer weniger.

Von den Barbiepuppen zum Überraschungsei für Mädchen, wurde die Farbe Pink nicht nur durch die Medien zum Erkennungszeichen der Mädchen, in der Kinderkonsumwelt symbolisiert es die Weiblichkeit schlechthin. Von „Hypersexualisierung“ wird unter den Pädagogen gesprochen.

Die Heldinnen der Mädchenwelt sehen alle auf beunruhigender Weise gleich aus. Immer perfekt, makeloser Körper, lange Beine, üppiger Busen, spindeldürre Taile, tolle Haare und Makeup und immer schön gekleidet. So könnte man sich auch das von Mädchen selbstdurchgeführte zeitnahe Zerstören von Barbiepuppen erklären, da dieses Ideale so fernab der Realität liegen, dass man sich Rippen entfernen lassen müsste um auf diese Figur zu kommen. So hat auch schon Disney vielen unrealistische Vorstellungen von Liebe vermittelt.

So hat man 200 Film-und Spielwelt-Ikonen aus 24 Ländern vermessen und festgestellt, dass etwa 60% ein Körperbild vermittelten, das nicht nur übertrieben sexualisiert, sondern unnatürlich schlank und stets makellos ist. Und die Medienindustrie nimmt mittlerweile schon 2-3 jährige ins Visier.

Was herauskommt ist einfach:
Kleine Lolitas mit Leggins und Miniröcken, gestylt und geschminkt, da Mutti das auch macht und sie es nachahmen. Mädchen die dem Sportunterricht fern bleiben, nicht aus Faulheit, sondern weil sie Ihren Körper als zu hässlich empfinden, um Ihn vor einer größeren Gruppe zu entblößen – auch den Vergleich mit anderen Mädchen gehen sie dadurch aus den Weg. Mittlerweile zeigt jedes dritte Mädchen zwischen 14 und 17 Symptome einer Essstörung. In den USA geben allein die 8-12jährigen Mädchen 40 Millionen Dollar pro Jahr für Kosmetik aus und der Trend setzt sich auch in Deutschland durch, da ja alles was über den Teich kommt, so toll ist.

Mal ein Themensprung
Genau wie der Trend: Verkürzte Schwangerschaften für die Traumfigur „too posh to push“

So liest man in in den U-Bahnen in den USA die Werbung: „Save your Love-Channel, have a Caesarean“. Es wir dazu aufgemuntert Kaiserschnitte vornehmen zu lassen – kurzum „Vögeln kann nicht mehr gehen, wenn da schon einmal ein so großes Kind durchgegangen ist, das wird nie mehr eng…“

Allein dadurch wird schon assoziiert, dass die Vagina der „Lovechannel“ ist und eine Geburt den lang zurechtgehungerten Idealkörper ruiniert. Victoria Beckham und Claudia Schiffer machen es vor, haben in Deutschland die freiwillige Entbindung per Skalpell salonfähig gemacht.

Frauen die zu sehr auf ihren Körper fixiert sind, lassen sich dann Ihr Baby einfach 4 Wochen früher per Kaiserschnitt auf die Welt bringen, um die letzte Phase des Wachstums zu unterbrechen und somit Überdeckungen zu vermeiden (sprich Schwangerschaftstreifen). Es gibt immer mehr geplante Kaiserschnitte, schon jetzt kommt jedes 3te Baby per Kaiserschnitt auf die Welt. Und alles obwohl Studien zeigen, dass Kaiserschnittmütter in der nächsten Schwangerschaft doppelt so häufig ein totes Kind zur Welt bringen. Tolle kranke Welt – so entsteht ein falsches Frauenbild, was wohl selbst die emanzipierten Frauen von heute verteufeln sollten!

Postgenderismus – die künstliche Gebärmutter

Resume
„Weder sind Frauen generell sprachbegabter noch können alle Männer besser einparken, vielmehr hängt es von den Erfahrungen der Einzelnen ab, wie sich ihr Gehirn, ihr Verhalten und Denken entwickelt. Es gibt weder das biologisch vorbestimmte Männergehirn noch das Frauengehirn, es gibt auch kein Unisex-Gehirn. Gehirne sind einzigartig.“

Mehr als der kleine Unterschied – wie das Geschlecht ins Gehirn kommt – www.goethe.de

verwendete Quelle: Geo Ausgabe Juli 2012

passend zum Thema:
Richard David Precht – Liebe in Zeiten der Krise

UPDATE 05.02.2013
Nach einer Metastudie von US-Psychologen werden die Geschlechtsunterschiede gemeinhin übertrieben, psychologisch unterscheiden sich Männer und Frauen nicht kategorisch.
Telepolis – Männer sind nicht von Mars und Frauen von der Venus

1 Kommentar

  1. Ganz so einfach sind genetisch und pränatal
    vorgegeben Unterschiede nicht wegzuwischen
    (siehe Buch: Gehirn und Geschlecht. Hrsg: Lautenbacher, Güntürkün, Hausmann; Springer-Verlag 2007)
    Auch ist z. B. neben anderem das Sprachvermögen
    deutlich unterschiedlich: So gibt es beispielsweise so gut wie keine stotternden Frauen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie“)

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