Datenklau – steigende Cyberkriminalität

datenklauWir avancieren zum gläsernen Menschen. Alle Daten, seien es persönliche Angaben, Fotos, Bankdaten usw., die man im Netz veröffentlicht und hoch lädt, werden für die Ewigkeit auf Servern gespeichert und können nur mit bestimmten Tools der Betreiber unwiderruflich gelöscht werden. Aber selbst dann ist es nicht 100prozentig sicher, da es seit Jahren Internetarchive wie den Google-Cache oder archive.org existieren, die alles auf unbestimmte Zeit speichern, was im WWW veröffentlicht wird. Ach die Millionen privater Bildersammler nicht zu vergessen…

Zur Zeit heizen sich die Gemüter in verschiedenen Datenklau-Debatten in den Medien auf. Auslöser ist der neuste Fall „SchülerVZ“, in dem versucht wurde aufgrund ausgelesener Datensätze verschiedener Nutzer 80 000 Euro vom sozialen Netzwerk zu erpressen. Aber auch sorgen die Listen von Emailkontodaten der Hotmail-, Gmail-, MSN- und Yahoo-Nutzern für Aufsehen, die Hacker zusammengetragen und ins Netz gestellt haben.

Dem Internetblog netzpolitik.org wurden rund eine Million Nutzerdaten von SchülerVZ zugespielt. Ein 20jähriger, der mittlerweile in der U-Haft Selbstmord beging, hatte mit einem Crawler diese offenen Daten ausgelesen. Mit diesen Datensätzen könne man Schüler über bestimmte Merkmale herausfiltern: „Mit den Listen lassen sich einfache Datenabfragen erstellen wie, alle Schüler aus Berlin‘, oder ,alle Schülerinnen im Alter von 13, die in Siegen wohnen samt Bild und ihrer Schule’“, schreibt Beckedahl auf seiner Seite. Nach verschiedenen Stellungnahmen (Die Zeit oder Rundschau Online), sollen bis vor einer Weile auch die privaten Daten, die für normale Nutzern nicht sichtbar sind, auslesbar gewesen sein.

Selbst das weiße Haus scheint vor solchen Attacken nicht sicher zu sein. Der Financial Times zufolge sind von China aus Computer-Hacker mehrfach in das Netzwerk der Washingtoner Regierungszentrale eingedrungen. Dabei wurden offenbar auch E-Mails von ranghohen Beamten abgefangen. (Bericht Stern.de)

Wenn man weiter recherchiert findet man Datenklau-Vorfälle in allen Sparten und aus allen Jahren. Dem Vergnügungspark Walt Disney World in Florida verschaffte sich ein Hacker Zugang zu vertraulichen Daten von über tausend Parkbesuchern. Bei einem Hack in die Website von Digital:Convergence kam man in den Besitz von 140.000 Daten von Mitgliedern des Online-Services. Auch die Ikea-Niederlassung Amerika musste bei einen Hackerangriff 80.000 Kundendaten weitergeben. Das neue Schlagwort heißt Cyber-Kriminalität. Sie steigt rapide an. Einer Studie der US-amerikanischen Bundespolizei FBI und des CSI zufolge, liegen die Schäden pro Unternehmen im Schnitt bei rund einer Million Dollar. Viele Fälle werden aber auch aus Imagegründen unter den Teppich gekehrt.

Für manche Hacker und Virenbastler scheint es ein lustiger Sport und Reiz zu sein, in die Hochsicherheitsbereiche von Firmen und Behörden einzudringen. Erstaunlich ist es aber, dass 39 Prozent der Hacker-Angriffe gezielt sind und das sollte zum nachdenken anregen. Die Zeit Online kommt aufgrund der Bitkom-Studie und dem BKA sogar zu der Aussage: „Jeder zweite Nutzer wird Opfer von Online Starftaten“. Die Underground Economy zahlt für persönliche Daten, Adressen, Kontodaten, Hobbys und Berufe extrem hohe Preise.

Man sollte sich fragen: Kann es wirklich jemals absolute Sicherheit geben? Nein! Jede Person sollte es sich überlegen, welche Daten er veröffentlicht und ins Netz stellt. Man sollte abwägen, wie viel einem der Schutz seiner Daten wert ist. Auch ist Medienkompetenz ein neues Schlagwort, welche es zu vermitteln gilt.

Wenn ihr glaubt, dass der gläserne Mensch zerbrechlich ist, warum ersetzt ihr dann Tag, für Tag, für Tag, eure Haut mit Fiberglas. (Zitat Andy Strauß)

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