Medienmanipulation von ganz oben - Pentagon veröffentlicht 8000 Seiten Bericht Januar 1st, 2010 | Allgemein, Medien, Politik | No Comments »

medienkriegDass die Mediendarstellung des Krieges im heutigen Zeitalter immer bewusster und manipulierender eingesetzt wird, um polemische Sichtweisen zu generieren, dürfte jeden bekannt sein. Verrückt wird es, wenn das Pentagon 8000 Seiten ihrer Medienmanipulation veröffentlichen muss. George Orwell`s Mundwinkel würden sich selbst im Grab noch leicht anheben.

Die Papiere demonstrieren, auf welch schockierende Weise das Pentagon unter dem Projektkürzel MAP bewusst Medienberichte manipuliert(e) und nicht nur über den Irakkrieg oder Afghanistan, sondern auch in jeglichen Bereichen von strategischer Bedeutung die Suppe kräftig gerührt wurde/wird. Die Dokumente belegen das Ausmaß, in dem die Regierung Bush-Cheney illegale und manipulative Techniken unterstützt hat, um die öffentliche Meinung zu manipulieren.

“Das Military Analyst Program (MAP) wurde 2002 ins Leben gerufen, um die öffentliche Meinung zugunsten des Irakkriegs zu beeinflussen. Anfang 2002 begann die detaillierte Planung für eine mögliche Invasion des Irak und die damalige Abteilungsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Pentagon, Victoria Clarke, initiierte ein Programm zur Rekrutierung einflussreicher Schlüsselleute, um eine argwöhnische amerikanische Öffentlichkeit auf den Krieg einzustimmen!”, so Barstow von der New York Times.

Link zur Berichtsammlung des MAP
Wahrheit und Täuschung im Informationskrieg - Telepolis

In diesem Konzept wurden über 75 pensionierte Offiziere engagiert um in den Nachrichten des Fernsehens und des Radioprogramms als Militäranalysten aufzutreten und auch Beiträge und Kolumnen für Zeitungen zu schreiben. Das Pentagon nannte ihre Militäranalysten einfach “Nachrichtenverstärker” oder “Stellvertreter” und veranstaltete wöchentliche Treffen um die Informationsvergabe zu besprechen, die auch heute noch bei Kaffee und Kuchen stattfinden.

F. William Endgahl vom Kopp Verlag sagt in seinem Artikel: “In Wahrheit sind die Analysten bezahlte Netzwerk-Berater, die pro Auftritt zwischen 500 und 1000 $ erhalten. Die Akten zeigen, dass die Bush-Regierung die Analysten als eine »schnelle Eingreiftruppe« der Medien angestellt hatte, um all das, was als kritische Berichterstattung empfunden wurde, sofort entkräften zu können.”

Lustig wirds, wenn man recherchiert, wer die Dame Victoria Clarke eigentlich ist, die das Ganze initiiert hat. Zumal sie dem Institut of Public Relation angehört, also unter Obhut des guten Rockefeller Clans steht, wurde Sie von Rumsfeld 2001 (“Das Pentagon lügt nicht” ;)) von der CIA-»freundlichen« Werbeagentur Hill & Knowlton abgeworben. Sie sollte sich dementsprechend mit Werbestrategien bestens auskennen. Diese Frau ist also nun für die Öffentlichkeitsarbeit des Pentagons zuständig.

Im Vordergrund des initiierten Embargo des MAP (Military Analyst Program) standen und stehen finanzielle und populistische Interessen der Rüstungsindustrie und der Medien und vor allem die einzustellende patriotische Kriegsaktzeptanz der amerikanischen Bürger.

Präventiv Paranoia aufgrund von hergeleiteten Terrorismus um wirtschaftliche Interessen umzusetzen. Zufällig vertreten diese sogenannten Kriegsanalysten 150 der größten Zulieferer der US-Rüstungsindustrie, in denen sie selbst als Lobbyisten, Vorstandsmitglieder oder Berater fungieren. Die Zulieferer hatten sich mit Milliardenbeträgen für den Anti-Terrorkrieg bei der Regierung beworben.

Die Analysten erhielten keine Fakten, sondern wurden lediglich mit Pentagon-Propaganda und Desinformation gefüttert. Eine Psychologische Operationen, auch “Psyops” genannt, der Begriff für die Propaganda-Techniken der Militärs und Geheimdienste, mit denen die Gefühle und das Verhalten ausgesuchter Personenkreise beeinflusst werden sollen. Hat ja bis dato alles wunderbar geklappt, wären da nicht einige Leute die immer skeptischer um das loderne Medienfeuer der USA herumtanzen. (Ich sag nur 911)

Im deutschen Fall der “Akte Kundus” sieht es im Grunde nicht besser aus. Am 4. September starben 142 Menschen in Afghanistan durch ein NATO-Bombardement. 137 Zivilisten, viele davon Kinder und nur 5 “Taliban”. Die Bundeswehr steckt mittendrin und die zuständigen Minister wollen von nichts gewußt haben. Anstatt die Medien mal hinterfragen um guten Journalismus zu betreiben, polarisieren Sie das Material, obwohl das Kriegsverbrechen offen liegt und niemand etwas davon gewusst haben wollte. Das Problem ist, alle wussten es! Komischerweise bleibt die Debatte und die Diskussion aus. Minister treten einfach zurück oder bleiben mit Schweigen im Amt.

Update:
Link 1: Untersuchungsausschuss zu Kundus-Massaker nimmt Arbeit auf - Telepolis 21.1.2010
Link 2: Wie schon der Angriffskrieg gegen Jugoslawien/Kosovo (1999) propangiert und die deutsche Bevölkerung belogen wurde
Link 3: Die verkaufte Wahrheit - Rechterfetigung zum Kosovokrieg - Doku

Wie schön, dass sich die Regierungen immer mehr auf ihre Spin Doktoren verlassen und die, zum Glück, auch mal Fehler machen. Ja.., auch die Werbefirma Hill & Knowlton ist solch ein medialer Berater für politische Spins um Wahrheiten zu vertuschen bzw. Feindbilder zu schaffen. Diese Firma hat unter der Dame Victoria Clark schon im zweiten Golfkrieg 1990 die getürkte “Nayirah-Affäre” inszeniert. Hier wurde die Tochter des kuwaitischen Botschafters in Washington als Krankenschwester ausgegeben, die vor laufenden Kameras bei einer Anhörung im US-Kongress erklärte, sie könne persönlich bezeugen, dass irakische Soldaten in kuwaitische Krankenhäuser eingedrungen seien und mutwillig Säuglinge umgebracht hätten. Alles wurde so hingebogen das nächste Feindbild zu schüren und den Waffengang gegen den Irak zu rechtfertigen und durchzusetzen.

Alles eine Sache des “Perception Management”! Der Begriff stammt vom US-Militär und das US Department of Defense (DOD) definiert das so:
“Aktionen zu vermitteln und / oder zu verweigern, um Daten und Indikatoren für ein ausländisches Publikum auszuwählen, damit man ihre Gefühle und Motive beeinflussen kann, und um objektive Begründungen, sowie Intelligence-Systeme und Führungskräfte auf allen Ebenen, und die offiziellen Überlegungen damit zu beeinflussen, was sich letztlich in günstigen auswärtigen Verhaltensweisen und Amtshandlungen niederschlägt, sind die Ziele des Urhebers. Perception Management kombiniert auf unterschiedliche Weise, die Projektion der Wahrheit, die Operationssicherheit , Vertuschung und Täuschung, und psychologische Operationen.”
Oberstleutnant Steven Collins analysiert die Maßnahmen im Rahmen des “Perception Management”

Um sich mal ein Bild von dieser Medienmanipulation ala Spin-Doctor zu machen, würde ich diese Dokumentation wärmstens empfehlen.

“Den Angler interessiert es herzlich wenig was der Wurm am Hacken denkt, solang die Barsche beißen.”

Mal ein sehr guter Beitrag seitens ARD - Zapp über Medienmanipulation (schön, dass sie sich selber hinterfragen - “Recherchechaos”)

Rupert Murdoch und die Medienmanipulation November 29th, 2009 | Allgemein, Medien | 2 Comments »

ausgefuchst
“Die Medien sind das Nervensystem der Demokratie. Wenn Sie nicht funktionieren, funktioniert auch die Demokratie nicht. Die Wahrheit ist was die Medien zeigen, bzw. nicht zeigen.” (Jeff Cohen - MSNBC/Fox News Constributor)

Rupert Murdoch - Medienmogul: “Kritikern zufolge nutzt Rupert Murdoch die ihm gehörenden Medien zur Verbreitung konservativer Weltanschauungsmuster, jedoch stützten seine Medien nach dem Niedergang der Konservativen in Großbritannien den Kurs der Regierung Blair. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, dass Fox TV und etwa 175 Zeitungen der News Corporation im Vorfeld des Irak-Krieges eine euroskeptische und anti-französische Grundhaltung eingenommen hätten.” (Zitat Wikipedia)

Heute besitzt Murdoch 9 Satelittenstationen, 100 Kabelsender, 175 Zeitungen, 40 Fernsehstationen, 40 Buchdruckereien und 1 Filmstudio. Damit werden in den USA 280 Millionen Menschen erreicht, in Asien sind es 300 Millionen Menschen und seine Kabelkanäle werden in 300 Millionen Haushalte empfangen. Seine Zeitungen und Magazine halten 28 Millionen Menschen in der Hand.(die Zahlen steigen) 2005 kaufte Murdoch für 580 Mio. Dollar Myspace, hält fast 50% an dem Fernsehsender VOX und auch Jamba gehört zu seinem Portfolio. Auch in Deutschland möchte er mehr Einfluss und liegt in Verhandlungen mit Springer. 2007 gab er bekannt, dass sein Sohn James Murdoch den Chefposten für das Medienimperium in Europa und Asien übernimmt.

Mit seinem Vorzeigesender FOX geriet er oft in Kritik. Mit dem sendereigenen Slogan “fair and balanced” wird versucht Objektivität zu proklamieren - aber sind sie wirklich objektiv? Liberale und auch konservative Meinungen sollen abgewogen werden, aber werden unterschwellig ganz andere politische Injektionen verfolgt?

Die Dokumentation “Ausgefuchst” (Outfoxed) zeigt, wie Murdoch und sein Paradesender “Fox” Meinungen manipuliert, manifestiert bzw. suggeriert und diktatorisch subjektiv arbeitet. “Fair and Balanced” ist ein Konsumentenbetrug, was freie Studien über den Sender und dem verbundenen Nachrichtenjournalismus beweisen.

“Die erste Regel für eine gut geführte Propagandamaschine ist: Du darfst nicht merken, dass du mit Propaganda gefüttert wirst - das ist ja das geniale an unseren Mediensystem - es ist nicht authoritär sondern ideologisch. (Bob McChesney, Autor von “The Problem of the Media”)

Was meinen Sie, arbeitet nur Fox nach diesen Muster? Interessensgruppen machen hinter verschlossenen Türen Politik ohne die Öffentlichkeit zu informieren oder Sie daran teilhaben zu lassen. Die Öffentlichkeit wird sich über diesen Fakt langsam bewusst und muss sich darüber auch bewusst werden, um sich dagegen zu organisieren. Es muss eine Medienlandschaft entstehen, die dem öffentlichen Interesse dient und objektiv und unverfälscht arbeitet - nur ist das in unserer Informationsgesellschaft überhaupt noch möglich?

Hier mal ein Überblick der größten Medienunternehmen:mediacorporations

“Die Stärke des Systems beruht nur auf der Apathie der Leute und ihrem Glauben nichts verändern zu können. Aber die Entwicklung zeigt sobald wir dagegen aufstehen, wird es wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.” (Bob McChesney, Autor von “The Problem of the Media”)