Tauschhandel im Internet (-zeitalter) Juli 20th, 2009 | Medien, Wirtschaft | No Comments »

Tauschen
Die Finanzkrise 2007/2008/2009/(?) - eine Krise, deren Ursache in einer fast grenzenlosen “Kredit-Spekulations-Hausse” zu suchen ist - treibt eventuell einige Menschen wieder in typische Verhaltensmuster solcher Krisenzeiten. Immer dann wenn man, nennen wir es “des Geldes leidig” wird, sucht der Mensch wieder nach alternativen Handelsmethoden. Eine Methode, bei der man das Geld überspringt -  Tauschhandel.
Nur warum? Das Geld ist doch erst aus dem Tauschhandel entstanden um eben diesen zu erleichtern und eine bessere Bewertung seines Guts zu erreichen.

Auch in der Neuzeit kam es immer wieder zum Tauschhandel: so waren Zigaretten nach dem 2. Weltkrieg ein sehr beliebtes Tauschmittel, wahrscheinlich weil die Zahl der Abhängigen eine große Tauschbasis ausmachte.
Nur wieso orientiert sich der Mensch in schweren Zeiten an einer solchen Methode?
Anscheinend ist es die Sicherste um zu überleben!

Weshalb nun der Titel “Tauschhandel im Internetzeitalter”?
Dazu muss man sich erst einmal vor Augen führen wie Tauschhandel funktioniert:
Ich habe ein Gut A im Überfluss und brauche ein Gut B. Ich muss nun einen Tauschpartner finden der ebenso Gut A braucht wie ich Gut B.
Wie geht das am besten? Na klar, ich habe eine hohe Anzahl an Tauschpartnern, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es tatsächlich zu einem Tausch kommt. Je höher die Menge an Tauschpartnern, desto höher sogar die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Tausch kommt der den subjektiven Wert meines eigenes Gutes übersteigt.
Bei einer Bevölkerung von 6 Millarden Menschen auf unserer Erde kann man sich nahezu sicher sein, dass man irgendwie einen Tauschpartner findet.

Vorteil: man übergeht das Geldsystem komplett!

Problem in unserer Vergangenheit war, dass es in den letzten großen Zeiträumen des Tauschhandels noch keine Vernetzung wie heute gab. Demnach konnte man sich nur mit begrenzten Tauschpartnern einigen und genau dann ist ein Tausch auch mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht bzw. nicht zur vollstellen Zufriedenheit möglich.
In Zeiten der globalen Vernetzung, von Social Networks, die tagtäglich von Millionen von Menschen benutzt werden, wo jeder mit jeden kommunizieren kann, wo es keine Ländergrenzen gibt, ja sogar der Status “Finanzkrise” erreicht ist - genau in einer solchen Zeit sollte der Tauschhandel doch boomen?!

Nur wo?? … mir fällt spontan keine Tauschbörse im Internet ein. Nach ein paar Minuten googlen findet man zwar eine Handvoll, diese sind aber so schlecht besucht, dass sich die Sache schon wieder erledigt hat.

Komisch…aber die Erklärung scheint zumindest sehr einfach: Wie kann “der Macher” Geld damit verdienen… ;)

Hirnforschung erklärt die Finanzkrise Juni 8th, 2009 | Allgemein, Medien, Wirtschaft | 1 Comment »

bildschirm Die Welt der Flachbildschirme fördert unsere Intelligenz, aber sie führt auch dazu, dass wir uns von der Realität entfernen. Folglich steigt die Bereitschaft zum Risiko.

„Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Computern und der Finanzkrise“, so die britische Hirnforscherin Susan Greenfield, die in Oxfort forscht, lehrt und 29 Ehrendoktortitel inne hat.

„Man kann durchaus sagen, dass die Menschen heutzutage in zwei Dimensionen leben – den Dimensionen der Flachbildschirme. (Mittlerweile 6 bis 8 Stunden täglich) …“

„Der Intelligenzquotient der Menschen insgesamt hat sich dadurch verbessert. Man muss Muster und Strukturen schnell erkennen und interpretieren. Man nutzt das Gehirn vielmehr in einer recht abstrakten Weise. Der Zugang zu Informationen ist heute sehr viel schneller möglich als früher. …“

„…Doch Informationen sind noch kein Wissen. Die junge Generation der Banker ist mit dem Computer aufgewachsen. Das hat ihre Psyche geprägt und lässt sie sehr viel bereitwilliger große Risiken eingehen. In der zweidimensionalen Welt hat das eigene Tun ja keine langfristigen Konsequenzen. Wenn ich bei Second Life als Avatar vom Baum falle, dann hat das für mich nicht wirklich ernste Folgen. Wenn ich im richtigen, dreidimensionalen Leben vom Baum falle, ist das offensichtlich eine ganz andere Sache. …“

„In der zweidimensionalen Welt ist es jederzeit möglich, das Gehirn in diesen kindlichen Modus zu versetzen. Man lebt da nur im Moment, erlebt starke Emotionen und sucht den Thrill. Das führt zur Ausschüttung bestimmter Stoffe im Gehirn. Die Rationalität wird dabei gleichsam weggefegt. …“

„Investmentbanker arbeiten vor einem Bildschirm, und das Ganze ist für sie wie ein Computerspiel. Doch im richtigen Leben gibt es im Gegensatz zum Spiel so etwas wie Unumkehrbarkeit. …“

„Man kann schon heute sehen, dass die Menschen intelligenter werden, besitzen aber weniger Empathie, sind rücksichtsloser, waghalsiger, schnelllebiger. Die schlechte Nachricht ist, dass sie diese Intelligenz nicht nutzen – und dass es um die sozialen Fähigkeiten schlecht bestellt sein wird. Man kann bereits beobachten, dass manche lieber per Display kommunizieren, als anderen tatsächlich im realen Leben zu begegnen. …“

„Menschen werden immer mehr Zeit vor einem Bildschirm verbringen. Dort findet ihr Leben statt. Die Intensität und Häufigkeit sozialer Kontakte geht zurück. Wir haben es dann mit einer Gesellschaft zu tun, in der das Individuum zwar eine Menge Glücksgefühle erlebt, aber letztlich keinen tieferen Sinn mehr erfährt.“

Aus einen Interview mit der Welt Online – vollständiger Artikel