Reiche Medien - Armselige Demokratie August 9th, 2010 | Allgemein, Medien, Persönlichkeiten | No Comments »

“Um überhaupt in einer demokratischen Gesellschaft leben zu können, braucht man einen dynamischen und gesunden Journalismus - der Grundpfeiler in der demokratischen Theorie”

Die meisten Menschen haben ihr Spezialgebiet oder ihre Indoktrinierung einer Berufsrolle, auf dem sie glänzen oder nicht, wissen sonst doch aber zu wenig für ein eigenständiges Leben. Sie folgen und brauchen Vorgaben Dritter, meistens durch die Medien, treffen tatsächlich kaum echte eigene Entscheidungen und sind damit streng genommen ungeeignet für eine Demokratie.

Bild.de ist das beliebteste Informationsportal im deutschen Internet. Das Printmedium “BILD” hat die größte verkaufte Auflage von 3.547.644 Exemplaren, im Vergleich zu Frankfurt Allgemeine (361.541 Exemplare) und die Süddeutsche (444.658 Exemplaren). “Sie unterhält halt sehr gut”, war letztens der Satz eines Mitmenschen. Klar, denn Entertainment ist anscheinend wichtiger und leichter zu verdauen als Infotainment. Weiterer Beweis sind die Einschaltquoten gewisser Verblödungsshows und Serien beim Fernsehen.

In einer echten Demokratie sollte jede Wahl, jede Entscheidung nach Prüfung aller Fakten getroffen werden. In der Realität ist es kaum möglich und erwünscht, alle Fakten zu sichten und diese von Propaganda zu trennen. Es fehlt die Zeit, die Motivation und die Fähigkeit. Wer sieht nicht lieber den knappen Bikini von Michelle Hunziker als die dritte Sitzung des Bundestag mit Guido Westerwelle.

“Wenn wir den Mechanismus des Massendenkens verstehen, ist es jetzt möglich, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern” (Edward Bernays 1928)

Als Vater der Public Relation gilt Edward Bernays, der mit seinem Buch Propaganda von 1928 bis heute die Grundlage für modernes Kommunikationsmanagement erschuf. Als ein Neffe Sigmund Freuds stellt er in seinem Stück die modernen Seele in den Dienst von Regierungen und Konzerne. Nichts weiter als “Propaganda”, ein Begriff, den Bernays selbst in “Public Relations (PR)” umbenannte. In dem Buch beschreibt er alle wesentlichen Techniken der Meinungsbeeinflussung, beispielsweise den Einsatz von unabhängigen und neutralen Experten oder Wissenschaftlern, um eine Aussage glaubhaft erscheinen zu lassen. Viel Spass beim lesen! oderbeim schauen:
Edward Bernays : on Propaganda and Public Relations

Bedenkt man, dass 75% der Werbezeit in den Medien von den weltweit 100 größten Firmen mit rund 400 Milliarden Dollar pro Jahr gekauft werden und sich die Sender somit verpflichten die Interessen der Werber einzubinden und ihr Programm nach den Absichten der Geldgeber ausrichten, führt dies zu einer finanziellen Abhängigkeit und somit zur Unterwerfung der privaten Sender hinsichtlich ihrer Geldgeber und deren Interessen.

Als eine perfekte Hommage an unsere heutige Medienwelt, kann ich auch jedem mal empfehlen den Film “News Movie” (oder auch “The Onion Movie”) zu schauen. Eine schräge Tour durch die derzeitige Medienlandschaft, eine satirische und treffende Parodie, die schon 2003 gedreht, aber dann zurückgehalten wurde. Schaut selbst, viel Spass.

“Menschen wollen angelogen werden, also lügen wir sie an.” (Cardinal Caraffe zu Papst Paul V)

Studie: “Fernsehen und dessen Einwirkung auf Kinder” Juli 4th, 2010 | Allgemein | No Comments »


“Wieder so eine Studie” titelte mein Professor. Florian Rötzer von Telepolis stellte eine neue Langzeitstudie von kanadischen Wissenschaftlern vor. Diese kamen zu dem Fazit: Vielglotzer im Alter von 2 Jahren sind später körperlich fauler, dicker und schlechter in Mathematik.

Die in den Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine erschienene Studie, untersuchte die Universität Montreal 1314 Kinder aus Quebec, und beobachtete Sie als Sie 29 Monate, 4 und schließlich 10 Jahre alt waren. Schon im Alter von 29 Monaten verbrachten die Kleinkinder eine Stunde und mehr vor dem Fernseher. Durchschnittlich 8,8 Stunden in der Woche. Im Alter von 10 Jahren wurden neben den Eltern auch die Lehrer herangezogen und nach schulischen, psychosozialen und gesundheitlichen Verhaltensaspekten der Schüler befragt.

Die Hypothese, dass sich der Fernsehkonsum im Alter von 2 Jahren langzeitliche Folgen hat, wurde wieder bestätigt. Die Vielglotzer nehmen weniger an Klassenaktivitäten teil, gehen in der Freiheit weniger sportlichen Aktivitäten nach, werden häufiger gemobbt und erzielen schlechtere Leistungen in der Schule.

Jede weitere Stunde am Tag, die ein Kleinkind vor dem Fernseher verbringt, soll die Leistungen in Mathematik um 6 Prozent, die Teilnahme in der Klasse um 7 Prozent oder die körperliche Aktivität am Wochenende um 13 Prozent senken. Um 10 Prozent soll auch der Konsum von Snacks, der von Limonaden um 9 Prozent zunehmen. Quantitative Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen.

Psychologin Lina Pagani glaubt, dass die Langzeitfolgen darauf zurückgeführt werden können, dass Kleinkinder, bei denen sich Gehirn und Verhalten schnell entwickeln, besonders stark und dann auch anhaltend von der Umwelt, in dem Fall vom passiven Fernsehkonsum, geprägt werden.

weitere Informationen
Folgen des Fernsehens bei Kindern und Jugendlichen
Wie lange dürfen Kinder fernsehen?
Fernsehkonsum bestimmt den späteren Bildungsgrad
Zahlreiche Studien bestätigen: Fernsehen macht Kinder dumm
Der Einfluss des Fernsehens auf die geistige und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
Einfluss von TV-Werbung auf das Essverhalten übergewichtiger Kinder
Einfluss des Fernsehens auf Jugendliche
Medienkompetenz und Medienpädagogik in einer sich wandelnden Welt - Fernsehen (pdf)

Geistige Manipulation durch Information Juni 3rd, 2010 | Allgemein, Medien | No Comments »

Die Gedanken sind frei…lalalalalalaaaa…Sicher? Auch nur eine Werbung und PR - Aktion!!! Wissen ist Macht! Der weniger Informierte ist gefährdeter manipuliert zu werden! Die Wirklichkeit bestimmt der, der den Fluss der Nachrichten kontrolliert…

“Im Grundgesetz stehen wunderschöne Bestimmungen über die Freiheit der Presse. Wie so häufig ist die Verfassungswirklichkeit ganz anders als die geschriebene Verfassung. Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu verbreiten [...] Aber wer nun anders denkt, hat er nicht das Recht seine Meinung auszudrücken? Die Verfassung gibt ihm das Recht, die ökonomische Wirklichkeit zerstört es. Frei ist, wer reich ist. Das ist nicht von Karl Marx, sondern on Paul Sethe. Und da Journalisten nicht reich sind, sind sie auch nicht frei.” (Paul Sethe - Publizist, Journalist und Geisteswissenschaftler)

Schon Edward L. Bernays, der Begründer der Public Relation Industrie, sprach es 1928 aus:

„Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppen-Denkens verstehen, ist es jetzt möglich die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern“

Viel Spass mit der “erzeugten” öffentlichen Meinung!

weitere Empfehlungen:
Der Krieg um die Köpfe - die Rolle der Medien
Schleichwerbung (5 Teile)
PR-Gurus aus den USA
Die verkaufte Wahrheit
Wie politische Werbung als Journalismus verkauft wird
www.netzwerkrecherche.de

Film & Fernsehen und das menschliche Denken März 16th, 2010 | Allgemein, Medien | No Comments »

tv2Heinz Buddemeier (Medienwissenschaftler) beschreibt in seinem Buch “Illusion und Manipulation - die Wirkung von Film und Fernsehen auf Individuum und Gesellschaft” eine höchst interessante Theorie. Grundlegend ist zu sagen, dass die filmerischen Bilder sich aus der Bewegung der abbildenener Bilder, die Bewegung schaffende Bilder und die erzählende Bilder zusammensetzen. Dies trägt dazu bei, dass die Eigenaktivität des Zuschauers größtenteils verdrängt wird.

Die Bewegung der abbildenen Bildern erschafft psychologischen Zwang, die Bewegung schaffende Bilder spiegelt die Aktivität des Kameramanns wieder und die erzählenden Bilder greifen auf geistig- seelische Mechanismen des Menschen ein. Die so geschaffene Passivität des Zuschauers ruft ein Bewusstseinszustand hervor, der so im alltäglichen Lebens eines Menschen überhaupt nicht vorkommt.

Schließen Sie jetzt mal die Augen und stellen sich vor Sie laufen über einen großen Platz, mit vielen Menschen und vielen schönen Gebäuden. Man bemerkt, dass sich die Augen, gemäß der Vorstellung des über den Platz schlenderns, mitbewegen. Dies ist auch beim Schlafen beobachtbar, da in einem Traum der Augenmuskel niemals stillsteht. Beim Betrachten von Filmen und noch intensiver beim Fernsehen, wo der Bildschirm sehr klein ist, sind die Augen vorzugsmäßig in einer Ruhestellung. In Augenkliniken wurden früher, nach Operationen, den Patienten die Augen verbunden, da der Arzt möchte, dass die Augenmuskeln nicht bewegt werden. Aufgrund dieser Tätigkeit der Augenmuskeln beim Träumen und dem Fantasieren, lässt man Operierte heutzutage vorzugsweise fernsehen.

Charakteristisch für die Beeinflussung der menschlichen Denkweise durch Film und Fernsehen ist die Zurückweisung von Verstehungsbemühungen, in ein sich auf dem Bildstrom Treiben-Lassens und die Auflösung des Gezeigten durch sich selbst. Diese Entfaltung ist hauptsächlich durch das schnelle und durch nichts zu beeinflussende Tempo der Bilderflut begründet.

Die Faszination für Kino und Fernsehen liegt in den intensiven Gefühlserlebnissen. Durch den erzeugten Schein der Wirklichkeit kann sich der Zuschauer miterlebend hineinversetzen oder auch Assoziaten aus seinen eigenen Leben auf den Film projezieren. Das momentane Fühlen drückt sich dann aber aufgrund der raschen Einstellungswechsel und der Inszenierung des Bildes eher mechanisch und oberflächlich aus. Man genießt die Gefühle die einen induziert werden, gleichwohl intensiv und manchmal schon sehr heftig, was aufgrund der schon fast perfekten Inszenierung der Wirklichkeit vorgetäuscht wird. Im realen Leben ist es so, dass wir uns einerseits mehr gefühlshaft unseren Erlebnissen hingeben, anderseits auch wieder mehr in Gedanken leben und diese mit Emotionen verbinden. Diese Wechselwirkung schafft, anders wie im Film, in Hinblick auf das Fühlen eher eine Distanz und Beruhigung. Indem der Film keine Zeit zur Besinnung lässt und
Willen und Denken schwächt, kann er den Betrachter auf einer gewaltigen Gefühlsorgie mitreißen, ohne mit Hilfe des Denkens für Augenblicke immer wieder daraus zu befreien.

So kann man beobachten, dass manche Leute sich nach dem Ansehen eines Kriminalfilms ins Bett verkriechen, nachdem Sie Fenster und Türen verschlossen, die Alarmanlage scharf gemacht und in alle Ecken des Hauses nachgesehen haben. Die Kunsttheorie spricht von ästhetischer Distanz - die bei aller Intensivität der Zuwendung nötig ist, wenn der Beobachter gegenüber dem Dargebotenen seine
Freiheit bewahren soll. Der Film ist aber in der Lage diese ästhetische Distanz zu zerstören.

Im Film wird häufig versucht zwischenmenschliche Beziehungen zum Protagonisten aufzubauen. Auch diese Emfpindung können einzigartige Dimensionen annehmen, die man vorher noch nie empfunden hat. Vergleicht man ein Theaterstück mit einen Film, hängen diese Fähigkeiten den Zuschauer auf zwischenmenschlicher Ebene zu erreichen, von der Leistung der Schauspieler ab. Kulissen, Kostüme, Beleuchtung etc.
haben zwar auch Bedeutung, entscheidend ist aber die seelische Gestimmtheit, die der Schauspieler zum Ausdruck bringt. Es ist das reale Emfpinden der eigenen Kamera, des menschlichen Auges, und das seelisch Immaterielle zwischen Bühne und Zuschauer, was hin und her geht. Die Kamera hingegen, kann von diesen komplexen Zusammenhängen nur die optisch-materielle Seite aufnehmen. Ein Film kann somit nur Gefühle auslösen - blos womit? Diese, durch den Film ausgelösten Gefühle, können nur mit Hervorrufen von Erinnerungen erreicht werden.

Beispielsweise erzählt der Film einen Augenblick aus dem Leben zweier Menschen. Der Betrachter wird diese Handlung zunächst verstehen. Wie und in welchen Ausmaß die dargestellte Szene gefühlshaft miterlebt und erfahren wird, hängt davon ab, welche Erinnerungen sie hervorruft und persönlich Erlebtes damit assoziiert wird. Der Betrachter wird mit äußeren Tatsachen konfrontiert, welche auch Gedanken übermitteln - bei den Gefühlen, kann der Film jedoch nur das, was beim Betrachter im Erfahrungsschatz enthalten ist, hervorlocken und aufwühlen, sogar Perspektiven ändern. Die Gefühle können bei aller Intensivität moralisch entkräftet oder verstärkt werden. Die Seele wird zum Schauplatz, auf dem sich Alles und Nichts abspielen kann, sofern es nur intensiv genug ist, um Ablenkung und Genuss zu bereiten.

Wenn der Film, unter weitgehender Abschaltung von Wille und Denken, ein intensives und unverbindliches Fühlen hervorruft, kann man von einer Art Trance sprechen. Sonst nur ein Privileg der Hypnotiseure, andere Menschen in den Zustand der Trance zu versetzen, geschiet dies heute öfter als man vermutet. Die Meinung, dass Trance ein abnormer Bewusstseinszustand ist, der nur durch einen massiven Eingriff erreicht werden kann, ist falsch. Milton H. Erickson, der durch die therapeutische Anwendung der Trance berühmt geworden ist, beschreibt Trance folgendermaßen:

“Aber Sie (die Menschen) sind angenehm überrascht, wenn sie sich entspannen und entdecken, dass Assoziationen , Empfindungen, Wahrnehmungen, Bewegungen und psychische Mechanismen, ganz von selbst vor sich gehen können. Dieser autonome Fluss des nichtgelenkten Erlebens ist eine einfache Weise, Trance zu definieren. Hypnotische Suggestion kommt ins Spiel, wenn die Direktion des Therapeuten einen bedeutenen Einfluss haben bei der Förderung des Ausdrucks dieses autonomen Flusses in die eine oder andere Richtung.”

Trance und hypnotische Suggestion sind therapeutische Mittel um die posthypnotischen Suggestion zu erreichen. Jemand der unter Verfolgungswahn leidet, wird in der Hypnose suggeriert, er würde nur noch auf wohlgesonnene Menschen treffen. Diese Suggestion bleibt auch nach der Hypnose erhalten und ist über den Zustand der Trance hinaus wirksam. J.H. Schulz, Begründer des autogenen Trainings, schreibt in seinem Buch “Hyonose-Technik”:

“In Bezug auf die posthypnotische Suggestion: Trotz der Unkenntnis der Versuchsperson setzen sich die in der Hypnose aktuellen Vorstellungen im Wachzustand durch, ja vielfach mit dem Gefühl des subjektiven Zwanges. Die Versuchsperson selbst pflegt dann die Ausführung der aufgetragenen Handlungen anders zu motivieren, da ihr die Kenntnis des Auftrages fehlt. Damit ist der Beginn einer Dissoziation der Psyche gegeben, in dem Sinne, dass bestimmte Vorstellungsgruppen sich ohne Kenntnis des Individuums selbst halten und durchsetzen. (neuestens über 5 Jahre hinweg)”

Die posthypnotische Suggestion setzt sich an die Stelle des Ichs und die von ihm ausgehenden Aktivitäten. Sie wirkt zwanghaft von außen und macht den Menschen unfrei. Man könnte kritisieren, audiovisuelle Medien enthielten keinerlei Suggestionen. Das ist jedoch ein Irrtum!

Jede Handlung enthält bewegende Momente, Wertevorstellungen und Wünsche. Jede Handlung zeigt Menschen, die einen bestimmten Lebenstil pflegen und in bestimmter Weise miteinander umgehen. Werden diese Dinge nun so gezeigt, dass sie dem Betrachter vorbildlich und erstrebenswert erscheinen, identifiziert er sich mit den handelnen Personen, dann wirken die von ihnen dargelegten Werte posthypnotisch auf den Betrachter ein. Audiovisuelle Medien können somit tief in die Moral und Psyche des Menschen eingreifen. Besonderes Augenmerk sollte hierbei auf das Kindesalter, der Persönlichkeitsfindung, liegen, denn hier scheint es am intensivsten. In Werbespots, politschen Sendungen und Nachrichten werden diese Mittel gezielt eingesetzt und nicht nur dort wirken genau diese Mechanismen. Während eines Films kann der menschliche Wille nicht eingreifen, das Denken wird mechanisch gedeutet und das Fühlen intensiviert und hin- und her-gerissen. Genau dieser Zustand wird durch einer stark reduzierten inneren Aktivität gleichzeitig als befriedigend empfunden.

Dieses Problem kristalisiert sich deutlich heraus, dass Film und Fernsehen nicht einem harmlosen Unterhaltungsbedürfnis dienen, sondern mitunter gezielt dazu benutzt werden, um unbewältigte Probleme zu entfliehen. Anstatt Angst und Resignation zu entfliehen, bietet Film und Fernsehen einen anderen Ausweg. Belastende Gefühle zu verdrängen und zu vergessen.

Beispielsweise wird man die eigene Angst am schnellsten los, wenn man sie durch eine künstliche erzeugte Angst überdeckt, die noch heftiger ist als die eigene, die einen selbst aber nicht betrifft und man sie daher sogar genießen kann. Deshalb ist auch verständlich, warum Kriminal- und Horrorfilme einen großen Anklang finden. Auch die Flucht aus der Angst vor der Realität, wird gern mit Fantasy-, Sciencefiction-, oder Trickfilmen bedient. Resultierend ist zu sagen, dass der Film die Probleme, indem er von ihnen ablenkt, zugleich verstärkt, da die anstrengungsfreie Fluchtmöglichkeit, die er bietet, die Menschen davon abbringt, die Schwierigkeiten, an denen sie leiden, anzupacken und sie unwillig zu machen scheint.

Lassen Sie sich ruhig weiter berieseln und schalten Sie ab, auch wenn Ihr Gehirn unterbewusst nicht abschalten kann.


Dazu unbedingt weiterlesen–>
Die Gleichgültigkeitsgeneration - Blog von Steven Black

In diesem Sinne - Videolinks :D

Television dump
What Tv does to your brain
Nico über das schlechte Fernsehen
Die Wahrheit übers Fernsehen
Die Wahrheit über die Tagesschau
Mediokratie - Deutschland driftet ab
Medien,Politik und Macht

Dein Fernseher lügt September 22nd, 2009 | Allgemein, Medien | 1 Comment »

tv-kopie1Auch in der Welt der Medien gilt es die aufkommende Nachfrage zu bedienen. Das Angebot, welches daraus resultiert kann sich aber alles andere als sehen lassen. Die “Kulturleistung” des deutschen Fernsehens; warum sie ein Spiegel unserer Nation ist, und was hinter diesem steckt. Das Fernsehprogramm wird von den Quoten bestimmt. Diese Quoten werden vom Marktforschungsinstitut GfK erhoben. Ihr Auftraggeber ist die AGF (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung) und setzt sich zusammen aus den Sendern ARD, ProSieben, Sat.1 Media AG, Mediengruppe RTL Deutschland und ZDF.

In Deutschland gibt es 35,30 Millionen Fernsehhaushalte. Das entspricht etwa 72,20 Millionen Menschen die Zugriff auf ein Fernsehgerät haben. Es werden aber nur von 5.640 Haushalten die Daten erhoben, die die Quoten und damit das tägliche Programm ausmachen. Das heißt nur ca. 13.000 Personen in diesem Land bestimmen, was wir im Fernsehen zusehen bekommen. Angeblich bildet dieser Teil einen Querschnitt durch die Bevölkerung. Sind die Quoten ermittelt werden sie Hochgerechnet, was zum Beispiel auch durchaus dazu führt, dass bei Übertragungsstörung, laut der Gfk, 20.000 Menschen ein Testbild angesehen haben ;) Details zum technischen Erhebungsverfahren können auf der Internetseite der AGF eingesehen werden.

Subjektiv betrachtet steckt hinter all diesen Zahlen ein kultureller Skandal, den man allein beim Ansehen des Fernsehprogramms erahnen kann. Das Fernsehen avanciert schon seit langer Zeit immer stärker zur Massenware in der die Werbung und das Programm wie Propaganda aufgebaut sind - Propaganda mit dem Ziel den Menschen zum Konsum anzuregen, sich einem Ideal zu fügen und nicht darüber nach zu denken oder etwas in Frage zu stellen. Die Werbung ist ausgeklügelter als das deutsche Bildungsystem und wesentlich effektiver.

Die Intention des Fernsehprogramms ist dies, dass für jeden individuellen Menschen mit seinen bestimmten Charaktereigenschaften bestimmte Programme geboten werden - ist das ein Vorteil oder Nachteil? Kann sich dadurch jeder Mensch in seiner eigenen Welt verlieren und wird dadurch imun gegen andere Denkweisen, weil er Bestätigung immer und immer wieder in seinen Sendungen findet?

So kennt die Wirtschaft mit ihren kapitalistischen Absichten auch vor einem gesetzten Medium wie dem Fernsehen keinen Halten mehr. Ähnlich wie die Werbung sind auch die Sendungen im Fernsehen eine Ohrfeige für jeden intelligenten Menschen. Die Quoten vom Vortag sind auf der Internetseite www.dwdl.de einzusehen. (Die Tagesschau dümpelt immer zwischen Platz 15 und Platz 20 herum, wenn sie schon mal mit dabei ist.)

Das Fernsehen verkorkst uns wie eine schlechte Mutter, die ihren quängelnden Kindern nur Süßigkeiten zu essen gibt. Fernsehen besitzt ein großes Potenzial Menschen zu erreichen und wichtige Inhalte zu vermitteln. Man sollte es auch so wahrnehmen, als erzieherisches und objektives Medium.

Fernsehen sollte nicht nur unterhalten, sondern auch bildend und ernsthaft sein. Kultur, Kunst und Literatur bilden im Fernsehen eine Randgruppe und haben “Sex & Crime” als Tabu abgelöst. Nur wegen der Quoten und dem damit verbundenen Geld, ist es ist kein Grund ein eigentlich aufklärerisches Medium komplett zu trivialisieren, dem Massenkonsum auszusetzten und damit lauter unkritische, geistlose Spinner heranzüchten.

Dem Quotenthema wurde sich bereits in der Filmbranche angenommen. “Die Quotenmacher” (2000) von Regisseur Christoph Weinert ist eine Mischform aus Dokumentar- und Spielfilm, in dem ein Detektiv der Quotenerhebung auf den Grund geht. Der Film bietet sachliche Informationen, ohne dabei die Kritik an dem Verfahren der Quotenmacherei außer Acht zu lassen.

Eine ganze Utopie bietet hingegen der Spielfilm “Free Rainer - Dein Fernseher lügt” (2007) von Hans Weingartner. Dort wendet sich der erfolgreiche Fernsehproduzent Rainer (Mortiz Bleibtreu) zum Aufklärer. Er schafft es mit anderen durch Quotenmanipulierung den Deutschen ein neues Bewusstsein zu geben, in dem sie anspruchsvolle Inhalte zusehen bekommen und diese auch annehmen.

Die Medien waren schon immer Meinungsmacher und Manipulator. Hierzu muss ein Zitat gebracht werden, von Einem der genau ihre Macht zu nutzen wusste: “Jede Propaganda hat volkstümlich zu sein und ihr geistiges Niveau einzustellen, auf die Aufnahmefähigkeit des Beschränktesten unter denen, an die sie sich zu richten gedenkt. Damit wird ihre rein geistige Höhe um so tiefer zu stellen sein, je größer die zu erfassende Masse der Menschen sein soll.” (Adolf Hitler)

Fernsehen und dessen Einfluss auf die Entwicklung des Menschen Februar 13th, 2009 | Allgemein, Medien, Recht | 1 Comment »

Fernsehen macht passiv

"Fernsehen macht passiv"

In Bezug auf das Seminar von Dr. Manfred Spitzer „Vorsicht Bildschirm“:
Link

Der Psychiater und Gehirnforscher Dr. Manfred Spitzer, studierte gleichzeitig Medizin, Philosophie und Psychologie und hält Vorlesungen zur derzeitigen medialen Bedrohung.

Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren bedienen sich durchschnittlich 5 1/2 Stunden Bildschirmmedienkonsum täglich.
Aufgrund vieler großangelegter  Studien, in denenbeispielsweise 1000 Kinder von Geburt an beobachtet und in ihrer Phase des Erwachsenwerdens in ihrem Medienkonsumverhalten erfasst, datiert und ausgewertet wurden, vertritt Dr. Spitzer die Ansicht, dass die Dauer des Fernsehkonsums in der Kindheit unter anderem festlegt, wie hoch das Übergewicht im späteren Lebensabschnitt beeinflusst wird .
Statistiken sprechen für sich, desto mehr Fernsehen zwischen 5 und 15 Jahren, umso übergewichtiger sind die Probanden mit 30 Jahren. Ebenso beschreibt er gleiche Tendenzen bei der körperlichen Fitness und dem Cholesterinspiegel. Man raucht, Spitzers Meinung nach, auch mehr Zigaretten, sollte man zwischen 5 und 15 Jahren überdurchschnittlich viel Fernsehen geschaut haben.

Was passiert noch mit Ihnen? Unglaublich ist es, dass Sie mehr Kalorien verbrauchen wenn Sie auf der Couch liegen und nichts tun, als wenn Sie in die Röhre glotzen, da genau dann ihr Körper in eine Art passiven muskulären Modus schaltet.
Man isst ungesunde Sachen zwischendurch und man bewegt sich weniger.
Jetzt werden einige sagen: „Moment mal, sind doch nur Statistiken, dick sein hat was mit Erbanlage zutun.“. Eben nicht! Fernsehen macht passiv…

Studien zeigen ausserdem, dass Fernsehkonsum depressiv und gewalttätig macht, dass exzessives Fernsehen im ersten Lebensjahr zu Aufmerksamkeitsstörrungen mit 7 Jahren führt, dass es mit 5 zu Lesestörrungen mit 8 Jahren führt und vor allem der intensive Fernsehkonsum bis 5 Jahren den Bildungstand mit 30 Jahren beeinflusst.
Abschließend der trockenen auszuwertenden Statistiken schwenkt Dr. Spitzer auf die Hirnforschung um und spielt auf die Störung der Funktionsweise unseres Gehirns durch die flimmernden, idealerzeugenden Bilder des Bildschirms in jedem Wohnzimmer an: bevor man nicht selbst die Funktionsweise seines Gehirns ergründet hat, kann man sich dies nicht im geringsten vorstellen bzw. es richtig verarbeiten. Der Mensch lernt aus Fehlern und eigenen Erfahrungen und nicht aus gestellten Bildern und Situationen.
Hierbei geht es nicht um das Programm im Fernsehen, was nochmal eine ganz andere Betrachtung verlangt, sondern rein um den Medienkonsum und dessen Auswirkung auf das Gehirn und dessen menschlichen Körper.